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Wie müßig, das tausendfach Gedachte zu schreiben, wie unwiderstehlich der Drang. 

Es ist angedichtet.

Wie müßig, das tausendfach Gefühlte zu malen, wie unwiderstehlich der Drang.

Es ist angemalt.

 „Die Phantasie ist der eigentliche Ort der Freiheit“ 

Pascal Mercier / Das Gewicht der Worte / Seite 556 

Neuer Blogbeitrag / 26. November 2021
Die Zukunft der Vergangenheit / Serie/ Teil 3

“Rufer in der digitalen Wüste“

Wir befinden uns in den 90ern, diesem Jahrzehnt, in der die Digitalisierung Fahrt aufnahm und Geräte wie das mobile Telefon und der Computer langsam Teil des Alltags der Menschen zu werden begann.

Wichtiger Meilenstein dieser Entwicklung war das Jahr 1989, als Tim Bernes-Lee und Robert Caillau in Genf das „Worl Wide Web“ (www) entwickelten, also ein Protokoll, das Nutzern ermöglichte auf Informationen zuzugreifen, die auf riesigen, entfernten Servern gespeichert waren.

Das war der Beginn des für uns heute so selbstverständlichen Internets. Als jemand, der damals unmittelbar an der digitalen Entwicklung beteiligt war, wurde ich gebeten, das Buch: “Die Cyberdiktatur“ von David Brown für das Buchjournal zu besprechen, der einer der damals ersten Kritiker der sich schleichend entwickelnden digitalen Revolution war. Hier der Text einer Zukunftsversion aus der Vergangenheit:

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Neuer Blogbeitrag / 16. November 2021

Farbige Zuversicht

Farbige Zuversicht

Farbige Zuversicht

Welle für Welle                             Verdunkeln unsichtbar
Viren hinterhältig
Unaufhaltsam
Zeit und Welt

Maskenmenschen
Intensiv vor Särgen
Prägen Bilder in
Herz wie Hirn
Den Glauben verloren

Hoffnungsfarben
Drängen himmelwärts
Rettend
Heller Zukunft
Entgegen

Kraftvoll spritzt
Öhr der Nadel
Tötende Tropfen
Schwärmenden Mutanten
Am Horizont

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C Bild/Text Michael Troesser    Cilly Schwerdt gewidmet

Neuer Blogbeitrag / 29.Oktober 2021

Wenn alte Fotos wieder leben….

Kellner, Kö & Kohle

Zeitreise durch Düsseldorf 1945-1949

Zugegeben, zeitgeschichtliche Dokumente haben es schwer in einer mediendurchtränkten Zeit von leichter Unterhaltung, Quizshows und der Bilderflut im Netz. Vor allem aber, wenn es sich hierbei um historische Schwarz-Weißfotos aus einer bestimmten Epoche oder Stadt handelt. Diese sind zwar kulturgeschichtlich wichtige Zeugnisse, wirken aber oft angestaubt, leblos oder wie eingefroren und benötigen meist weitere Erklärungen oder Einordnungen. Dies gelingt speziellen Einrichtungen (wie z.B. einer „Mahn- und Gedenkstätte“) in entsprech-enden Bilderausstellungen zwar sehr gut, die aber trotz Animation und Erklärungen oft nur ein spezifisches, hoch interessiertes Fachpublikum ansprechen, wenn überhaupt.                 

Gleichwohl gab (und gibt es bis heute) seit der Entwicklung der Fotografie, später Film unzählige Menschen, die davon besessen sind, mit Ihren Foto-apparaten die Zeit durch Ablichtungen anzuhalten, zu konservieren und teilen zu wollen. …weiterlesen  

Blogbeitrag / September 2021

Juli Zehs neuer Roman

Über Menschen

oder Nazis sind auch nur Menschen

Die Grundidee des neuen Romans „Unter Menschen“ von Juli Zeh ist ein literarischer Klassiker: Spannungsbogen durch Gegensätze, wie arm trifft reich, groß gegen klein, leicht schlägt schwer. Da der Roman in der Jetztzeit, also 2020  während der Coronapandemie spielt, liegen die Gegensätze auf der Hand: politisch links trifft auf extrem rechts, Ostdeutschland gegen West (hier Berlin). Großstadtstress gegen nachhaltiges Landleben. Und bei solchen Romanen wird oft „über Menschen“ geschrieben, dem Titel des Romans. Die Protagonistin Dora, eine junge Werbefrau, lebt mit ihrem Hund Jochen-der-Rochen und Robert, einem Journalisten, der sich zum nervigen „Corona Experten“ entwickelt, in Berlin Kreuzberg. Er bewegt sie dazu, auf Fleisch zu verzichten und in eine (natürlich von einer Frau geführten) Agentur zu wechseln, die sich auf die Fahne geschrieben hat „nachhaltig zu sein“ und ein „verantwortungsbewusstes Unternehmen“ bei deren „sozioökologischen Ideen“ zu unterstützen. Irgendwann wird Dora das Leben mit Robert zu eng und es kommt, was kommen musste: „Menschen ziehen aufs Land. Sie tun das in der Hoffnung, dem Kreislauf der Projekte zu entkommen“.      …weiterlesen >>

Neuer Blogbeitrag / September 2021

Bildgewordene Neurosen

Zu dem Buch von Richard W. Eichler - 1960

Die Frage, was ist die reine, wahre, vollkommene, ewige, perfekte, richtige, ästhetische, moderne, alte usw. Kunst in Abgrenzung zu dekorativer Kunst, Hobbykunst, Kitsch usw. ist bis heute relevant und führt immer wieder zu heftigen Diskussionen und Abgrenzungsversuchen bis hinein in die Politik.

Im Nationalsozialismus hat man durch die Ausstellung „Entartete Kunst“ versucht, hier eine eindeutige Linie zu ziehen, wobei es vor allem um eine Abgrenzung zwischen der traditionellen Kunst (der Art entsprechenden) und der modernen, abstrakten Kunst ging. Unzählige Künstler und ihre Werke von Barlach bis Chagall, Kandinsky bis Klee, von Pankok bis Picasso wurden diffamiert. Viele Künstler und Künstlerinnen flohen in andere Länder, Tausende Bilder und Skulpturen wurden vernichtet.

Inhaltlich ging es hierbei vor allem um „abstrakte“ Kunst, bei der Künstler sich Stück für Stück von der traditionellen, Jahrhunderte alten „akademischen Malerei“ trennten, d.h. den mutigen Schritt wagten, sich in den Werken von der Wiedergabe der realen Welt zu verabschieden. Im Kern ging und geht es darum, der inneren Gefühlswelt mit Pinsel und Leinwand eine äußere Form zu geben und dadurch neue, individuelle, von Betrachtenden oft unverstandene Wirklichkeiten zu schaffen. Einer der Ersten, der erstmals diesen Weg zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschritt (und durch eine Schrift „Über das geistige in der Kunst“ intellektuell zu erklären versuchte) war Wassily Kandinsky.

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September 2021

Emmas Traummann

Emma sucht im Internet                                    Ihren Mann fürs Leben                                      Nicht arm, nicht alt, nicht dumm, nicht fett      Einen Traummann eben                                                                              

Die Sehnsucht wird nun digital                        Die Wünsche sind vernetzt                            Mit Klicks und Bytes in großer Zahl                  Sie durch die Netze hetzt                                                                              

So surft sie nun schon lange Zeit                  Mit Laptop in der Diele                                      Fast ist sie digital schon leid                            Es sind einfach zu viele          

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Neuer Blogbeitrag / August 2021

Die Zukunft der Vergangenheit

Serie / Teil 2

Schon immer war und ist auch heute noch der Blick in die Zukunft für junge Menschen von besonderer Bedeutung, weil dies vor allem ihre eigene Zukunft betrifft, d.h. in welche Zukunft sie selbst hineinwachsen werden. Denn je älter man wir, um so mehr Zukunft hat man schon hinter sich.

Die schon 1880 erstmals erschienene Jahrbuchreihe: „Das neue Universum“ folgte dem Konzept, aktuelle Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Unterhaltung für Jugendliche zu präsentieren und bei vielen Themen auch Blicke in die Zukunft zu werfen. Entsprechend las man im Untertitel: „Ein Jahrbuch für Haus und Familie, besonders für die reifere Jugend, mit einem Anhang zur Selbstbeschäftigung „häusliche Werkstatt““.

Daneben gab es später die Reihe “Durch die weite Welt“ und in der DDR das „Urana Universum“, die auch das Konzept verfolgten, Wissensdurst verständlich zu und Zukunftsträume koppeln wollten. Da es sich bei den Themen zu einem großen Teil um Technik handelte, waren sie in den 50er und 60er Jahren beliebte Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke vor allem für Jungen, die Reihe „Durch die weite Welt“ hieß der Untertitel: “Das große Buch für jeden Jungen“

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Häutung

Er ist blind. Stumm und zufrieden tastet er sich durch sein Leben. Das Dunkel ist ihm zur Gewohnheit geworden. Die Stille zum Glück. Er lacht wie das gedankenfreie Kind.

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Coronakreuze

Bergmann                                  Ackergerät                                      Schutzpatron

Flächenmaß                              Bienenprodukt                                Papillon                       weiterlesen im Blog….

Klassenweiche

Beim Arzt gibt es heut                 Klassenweiche                            Private hier und da die Kasse    Es trennen Arme sich                   und Reiche                                  Doch Kasse allerdings ist Masse

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