{"id":275,"date":"2018-06-14T18:03:13","date_gmt":"2018-06-14T18:03:13","guid":{"rendered":"http:\/\/web349.c5.webspace-verkauf.de\/?p=275"},"modified":"2021-01-31T12:28:30","modified_gmt":"2021-01-31T12:28:30","slug":"wie-komisch-ist-komik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.troesser-art.de\/?p=275","title":{"rendered":"Wie komisch ist Komik"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"275\" class=\"elementor elementor-275\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-section-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-50757a9 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"50757a9\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-row\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-4bf8da8\" data-id=\"4bf8da8\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-column-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-72922a2 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"72922a2\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-image\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.troesser-art.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20180313_1932540-900x534-300x178-1.jpg?v=1601726357\" title=\"20180313_1932540-900&#215;534-300&#215;178\" alt=\"20180313_1932540-900x534-300x178\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c49349b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"c49349b\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-text-editor elementor-clearfix\">\n\t\t\t\t<header class=\"entry-header\"><h1 class=\"title-post entry-title\">\u00a0<\/h1><\/header><div class=\"entry-content\"><h3>\u00a0Wer lacht an welcher Stelle? Kann man beim Orgasmus lachen, hatte Jesus am Kreuz nichts zu lachen und wo ist Grenze zur Komik? Was bedeutet Komik im Gegensatz zum Humor fragen\u00a0<strong><em>Iris Berben<\/em><\/strong>\u00a0und\u00a0<strong><em>Anke Engelke<\/em><\/strong>\u00a0bei Ihrer ersten gemeinsamen B\u00fchnenarbeit.<\/h3><h3>Eine Premiere also bei der Lit.COLOGNE, mit zwei erstklassigen Schauspielerinnern , die sich die ca. 1000 Menschen in zwei Staffeln hintereinander in der Stadthalle K\u00f6ln-M\u00fclheim nicht entgehen lassen wollten (Also insgesamt 2000!) Mit entsprechend hohen Erwartungen.<\/h3><h3>Nat\u00fcrlich ziehen die Namen der Beiden immer und man ist schnell geneigt, bei allem Personenkult und Starmythos das Eigentliche in den Hintergrund zu stellen<em>: Einen Literaturabend zu einem Thema<\/em>, brav pr\u00e4sentiert auf einer schlichten B\u00fchne mit zwei schwarzen Tischen an denen zwei schwarz gekleidete Frauen 90 Minuten einen Ritt durch Definition, Lyrik oder Prosa zum Thema Komik, Humor und Lachen pr\u00e4sentierten.<\/h3><h3>Allerdings, wer w\u00e4re f\u00fcr das Thema besser geeignet als die zwei Schauspielerinnen, die neben ihren unz\u00e4hligen ernsten Filmen nie ihre Wurzel aus der Comedy verloren haben und noch heute eben jene Lachmuskeln bei uns aktivieren wie vor 30 Jahren. Also Komikprofis der ersten G\u00fcte. Und das merkte man den ganzen Abend, allerding v\u00f6llig anders, als man es von \u201eLadykracher\u201c oder \u201eSketchup\u201c kennt. Es war eine Art Mischung aus\u00a0<em>ernster Auseinandersetzung<\/em>\u00a0mit dem Thema und\u00a0<em>spontanen(?) Einlagen<\/em>\u00a0aus dem reichen Erfahrungsschatz ihrer schauspielerischen Arbeit.<\/h3><h3>Grade durch diese Mischung war der Abend so anregend und kurzweilig. Musste man sich bei der Lyrik und Prosavortr\u00e4gen von Aristoteles bis H\u00fcsch, von Heinrich Mann bis Gernand, Umberto Eco bis Kurt Schwitters doch sehr konzentrieren und gleichsam von diesen traumhaft sch\u00f6nen Stimmen verzaubern, so wurde es immer dann um so komischer und entsprechend lockerer, wenn beide von sich erz\u00e4hlten wie gute Freundinnen: So wie z.B. Iris Berben von einem Film in Lissabon, bei der sie eine Nonne spielte und w\u00e4hrend der Dreharbeiten in voller Verkleidung aufs Clo musste. Dies fand sie schlie\u00dflich in einem \u00fcberf\u00fcllten Lokal, und als sie sp\u00e4ter aus der Herrentoilette zur\u00fcckkam, weil die Damentoilette besetzt war, verstanden die G\u00e4ste die Welt nicht mehr und es war pl\u00f6tzlich mucksm\u00e4uschenstill im Restaurant, echt komisch. Oder Anke Engelke, die in M\u00fcnchen eine Polizistin spielen musste, sich in der Stadt verlief und in ihrer Uniform st\u00e4ndig als Polizistin angesprochen wurde.\u00a0<em>\u201eDas hatte was\u201c<\/em>, sagte sie\u00a0<em>\u201cAn diese Form der Autorit\u00e4t durch Uniform k\u00f6nnte ich mich gew\u00f6hnen\u2026\u201c<\/em>\u00a0Auch komisch.<\/h3><h3>Apropos Uniform: Komik hei\u00dft auch immer Grenz\u00fcberschreitung, ironische Wendung, \u00dcberschreiten der Obrigkeitsgrenzen. Da macht Komik Angst, wird in autorit\u00e4ren Regimen verboten und verunsichert all jene, die sich vor Machtverlust f\u00fcrchten. Mit entsprechend tragischen Konsequenzen, die dann alles andere als komisch sind.<\/h3><h3>Auch dann wurde der Abend komisch, wenn die beiden in szenischen Sketchen miteinander (nat\u00fcrlich von Tisch zu Tisch) spielten, wie z.B. in dem Interview mit der\u00a0<em>\u201eRadiotrinkerin\u201c<\/em>. Herrlich.<\/h3><h3>Diese Spannung zwischen Wortwitz und Hochkultur machte den Abend zum Erlebnis, auch wenn es in manchen Gedichten und Texten derartig unter die G\u00fcrtellinie ging, dass das, was eigentlich komisch sein sollte, \u00fcberhaupt nicht mehr komisch war wie z.B. das Gedicht \u00fcber die beiden Freundinnen, bei dem die eine, reiche, s\u00fcffisant \u00a0mit ansieht, wie ihre arme Freundin krebskrank wird, Beine verliert und schlie\u00dflich elend \u00a0verreckt, die andere aber grade verhindert war, zur Beerdigung zu kommen. Da wird Komik makaber, wird \u00a0Humor schwarz und hinterl\u00e4sst eher ein schales Gef\u00fchl als ein freudiges Lachen.<\/h3><h3>Allerdings waren am gesamten Abend die Schauspielerinnen immer noch Schauspielerinnen, die das ausf\u00fchrten, was der Autor\u00a0<strong><em>Thomas Lienenl\u00fcke<\/em><\/strong>, ein begnadeter Germanist, Regisseur, Verbalerotiker und Schauspieler, f\u00fcr den Abend zur Komik, zusammengestellt hatte.<\/h3><h3>Gespannt war man nat\u00fcrlich auch auf das Ende, auf den Applaus, der recht normal ausfiel, ohne Standing Ovation und ohne Zugaben, bis auf einen kleinen Rausschmei\u00dfer der Akteurinnen. Man darf gespannt sein, ob dieser Abend die beiden Profischauspielerinnen zu weiterer gemeinsamer B\u00fchnenarbeit angeregt hat.<\/h3><h3>Diese Premiere war, auch bei aller Kritik, \u00a0sicher ein Highlight dieser 18. Lit.COLOGNE, eines der gr\u00f6\u00dften Literaturveranstaltungen, die diese Republik zu bieten hat.<\/h3><h3>Gro\u00dfer Lob und Dank an das Orgateam!<\/h3><h3>C Text\/Bilder Michael Troesser 2018<\/h3><\/div>\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0Wer lacht an welcher Stelle? Kann man beim Orgasmus lachen, hatte Jesus am Kreuz nichts zu lachen und wo ist Grenze zur Komik? Was bedeutet Komik im Gegensatz zum Humor fragen\u00a0Iris Berben\u00a0und\u00a0Anke Engelke\u00a0bei Ihrer ersten gemeinsamen B\u00fchnenarbeit. 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