In einem IC-Liegewagen will er ihr seine Liebe sagen doch ist der Zug zu schnell, zu laut zum Fenster dreht sich seine Braut sie sieht die Felder, sieht die Auen, denkt: “Wird er jetzt im Zuge sich trauen?“ Doch sein Mut ist fast hinüber seine Stimmung, sie wird trüber Er fragt sich, soll ich dennoch wagen ihr meinen Antrag anzutragen? Der Gang ist eng, die Betten schmal „Oder doch ein anders mal?“ So gehen in dem rasanten Zug Vorbei die Stunden wie im Flug Im Liegewagen wird es leise Und jeder träumt auf seine Weise Am Morgen wird die Sonne hell, er denkt bei sich „jetzt aber schnell“ Doch als er flüstert:“willst du mein…“ fährt der Zug im Bahnhof ein. In dem Moment, man kann sich´s denken, ist keine Zeit zum Liebe schenken Die Rückfahrt ist erst in ein paar Tagen In einem IC Liegewagen | | Am dunkelroten Horizont Sich eine Abendsonne sonnt Sie hat den ganzen Tag geschienen Und will mit ihrem Licht noch dienen Sie möchte heut nicht untergehen Das kann der Mond nun nicht verstehen Er wartet schon im Hintergrund Er nicht voll, er ist halbrund Und mit ihm warten tausend Sterne Man sieht sie leuchten schon von Ferne Sie wollen wie in jeder Nacht Auf ihre Bahnen, kurz nach halb acht Zwar Sonne sich noch immer ziert Doch irgendwann sie doch verliert Im Nirgendwo erstirbt sie leise Auf ihre dunkelrote Weise Erst nach der langen, finstern Nacht Die Sonne wieder Kraft entfacht |